Vor 2 Wochen haben wir hier bei Ecki Co., Ltd. angefangen nach 2 neuen Praktikanten zu suchen. Im Februar hatte ich schonmal auf der Website der Zeitschrift Unicum eine Anzeige eingestellt und darauf leider keine große Rückmeldung bekommen. Wir unterstützen unsere Website über einige Social Media Plattformen und da lag die Idee förmlich auf der Hand, diese auch im Recruitment auszuprobieren.

Es gibt ja die alte Weisheit, man solle mehrere Eisen im Feuer haben. Daher habe ich neben Twitter auch noch bei Xing in der Gruppe „Absolventen – Gesuche und Angebote – Praktika – Nebenjobs – Diplomarbeiten – Berufseinstieg“ ein Praktikumsangebot eingestellt. Andere Social Media Netzwerke wären sicher auch interessant gewesen. Vor allem LinkedIn für englischsprachige Länder ist für zukünftige Projekte sehr interessant.

Die hier zu vergebenden Praktikumsstellen sind sicher nicht unbedingt repräsentativ. Auf der Xing Seite waren im Schnitt fünf Mal so viele User auf meinem Angebot (167) als auf den anderen, die sich nun mit mir auf Seite 3 befinden. Dies liegt nach meiner Einschätzung wohl am Einsatzort Koh Samui, welcher Studenten anscheinend mehr reizt als deutsche Städte.

Nachdem ich dieses Angebot veröffentlicht hatte waren innerhalb von einer Stunde mehr als 5 Personen auf meinem Profil und weit mehr als 10 auf unserer Website. Insgesamt haben sich vier Bewerber gemeldet, die das Angebot bei Xing gelesen hatten.

Bei Twitter hatte ich einige Male ein Angebot gezwitschert und mit Begriffen wie Internship, Praktikum, Marketing, Samui usw. versehen, um später bei der Twitter Suche leichter gefunden zu werden. Ein Leser des Artikels den ich schon seit einiger Zeit via Twitter und Xing kenne, hat nach dem Lesen meines Tweets diesen geretweeted. Da er somit nochmal 2500 Follower mit seinen Nachrichten erreicht hat, kamen durch unsere Tweets mehr als 25 Leute innerhalb von weniger als 5 Minuten auf unsere Website. Auch in den folgenden Tagen konnte der Durchschnitt der Besucher, die über die Seite „Stellenangebote“ und „News“ auf die Website kamen, deutlich über dem sonstigen Durchschnitt gehalten werden.

Direkt auf das Praktikum haben sich dann zwei Studenten beworben. Dazu kommt eine weitere Interessentin für einen späteren Zeitpunkt. Anzumerken ist auch, dass sich nur deutschsprachige Studenten um die Stellen beworben haben, obwohl ich auch einige Tweets auf englisch verfasst habe.

Wir haben also aus der Aktion sechs Bewerbungen für die Praktikantenstellen erhalten. Wir tun uns zur Zeit aufgrund der guten Qualifikation der Bewerber sogar mit der Auswahl schwer. Ich möchte die Gelegenheit nutzen mich im Namen der Ecki Co., Ltd. bei allen Bewerbern zu bedanken. Wir melden uns in den kommenden Tagen!

Man hätte sicher noch deutlich mehr Bewerber finden können. Ich hätte meinen Eintrag bei Xing einfach nochmal um 10 Uhr deutscher Zeit kommentieren müssen, wäre so nochmal auf Seite 1 gelandet, und es wären sicher noch einige Bewerber dazu gekommen. Bei Twitter hätte ich deutlich häufiger Tweets schreiben können, dies wirkt meiner Ansicht nach aber störend und eher unprofessionell. Sechs Bewerbungen ist keine Zahl, die ein DAX 30 Unternehmen generiert hätte, aber für unsere Firmengröße ist das ein sehr positives Ergebnis. Zudem wurde das Projekt auf kostenlosen Plattformen durchgeführt.

Was kann man für das Recruitment via Twitter und Social Media aus den Ergebnissen schlussfolgern? Zunächst einmal haben wir sechs qualifizierte Bewerber für unsere zu besetzenden Praktikumsplätze bekommen. Darum ging es ja ursprünglich. Dazu gab es reichlich neuen Traffic auf unserer Website und so konnte der Bekanntheitsgrad der Firma erhöht werden. Dazu kommt sogar eine neue Projektanfrage für die Unternehmensdienstleistungen. Für unsere Firma ist die Aktion als voller Erfolg zu beurteilen.

Es wäre mal interessant zu wissen was andere Firmen für Erfahrungen mit der Xing Gruppe „Absolventen – …“ gemacht haben. Oder mit einer anderen der zahlreichen Recruitment Gruppen. Eine weitere Option ist die Rubrik „Jobs“ die von Recruitern und Human Resource Abteilungen zur Mitarbeitersuche genutzt wird.

Bei Twitter gibt es diese Rubriken nicht. Hier kann man lediglich darauf hoffen, dass ein Tweet gelesen wird oder mit einer „Viral Recruitment“ Kampagne seinem Glück auf die Sprünge helfen.

Und, unsere Firma konnte durch Social Media deutlich mehr Studenten überzeugen als durch eine Online Anzeige in einer bekannten Stundentenzeitung, was ebenfalls eine durchaus interessante Erkenntnis ist.

Mein Fazit
Twitter, Xing und andere Social Media Plattformen eignen sich nicht nur für das Marketing/Branding/CRM einer Firma, sondern auch durchaus für die Human Resource Abteilung.