Teil 1: Beschreibung Yelp

Einleitung
Für kleine und mittlere (lokal tätige) Unternehmen stellt sich oft die Frage nach relevanten Marketing-Kanälen. Soll man das ohnehin knappe Budget in eine Zeitungswerbung, in lokale Events oder vielleicht auch in SEO bzw. Online Marketing investieren?

Gerade für Unternehmen dieser Größe und mit nationalem (lokalem) Tätigkeitsbereich ist es schwer neue Kunden zu gewinnen. Eine durchaus interessante Möglichkeit, die auf einem recht altem System beruht jedoch mit Netzwerk Elementen ergänzt wurde, möchte ich in diesem Beitrag vorstellen.

Die Plattform Yelp
Yelp. Seltsamer Name habe ich beim ersten Hören gedacht. Betrachtet man die Art des Dienstes einmal näher, kommen einem schnell Gedanken an die Gelben Seiten, Englisch: Yellow Pages. Daher der Name. Doch was auf den ersten Blick wie ein etwas herausgeputztes Firmenverzeichnis à la eben diesen Gelbe Seiten aussieht, hat deutlich mehr zu bieten. Dazu jedoch später.

Wer schon einige meiner Blogposts gelesen hat, weiß, dass ich an dieser Stelle gerne auf Wikipedia verweisen würde, da ich kein großer Fan von Website Beschreibungen bin. In diesem Fall wird mir jedoch nichts anderes übrig bleiben, da kein deutscher Eintrag auf der Online Enzyklopädie über Yelp existiert.

Daher hier einige relevante Daten & Fakten:
Yelp…

  • wurde im Jahr 2004 in San Francisco, USA, gegründet
  • kann pro Monat über 22 Millionen Besucher verzeichnen, was weltweit die 354. meistbesuchte Website darstellt (Alexa)
  • hat seinen Besucherstamm in den USA mit ca. 90% der Besucher, dort Platz 65 der meistbesuchten Websites
  • umfasst über 7 Millionen von Nutzern verfasste Bewertungen, davon stammen die Hälfte aus dem letzten Jahr (3,5 Millionen), was das rasante Wachstum verdeutlicht.

Um die Bekanntheit der Plattform in den USA zu verdeutlichen: Vom Time Magazin wurde Yelp als eine der 10 Websites gewählt, ohne die man nicht leben kann und war somit in einer Reihe mit weltweiten Internetriesen wie Google, Wikipedia, Facebook oder Flickr aufgeführt.

In den USA sowie international muss die Plattform sich zahlreichen Konkurrenten stellen. Vor allem Citysearch (Alexa Rang 945) war in der Vergangenheit eine starke Bedrohung für den Erfolg von Yelp. Die Entwicklung der beiden Websites lässt sich bei Alexa nachvollziehen.

In Deutschland kann Yelp heute noch nicht genutzt werden, da noch keine Stadt aufgenommen wurde. Ob eine Erweiterung in diese Richtung geplant ist, wurde mir von Yelps Seite nicht bestätigt.

Gelbe Seiten 2.0?
Kommt man auf die Yelp Startseite, kann man zunächst eine Stadt auswählen, für welche man Informationen benötigt (Grundeinstellung ist San Francisco). Darin sind alle größeren Ballungsräume in den USA vertreten, aber auch London und einige weitere Städte in Großbritannien und Irland.

Als nächste Navigationsoption steht die gesuchte Dienstleistung zur Verfügung. Ob nach Restaurants, Bars, Museen, KFZ-Werkstätten, Friseuren oder einem der vielen anderen Gewerbe gesucht wird, fündig wird man in den meisten Fällen. O.K., zugegeben, genau wie die Gelbe Seiten bisher.

Darüber hinaus gibt es eine Community Funktion, welche es den Nutzern der Plattform ermöglicht, Dienstleister, mit einem 5 Sterne System, zu bewerten. Dazu können Fotos und eine ausführliche Beschreibung veröffentlicht werden. Eine eingebundene Karte von Google Maps erleichtert die Anfahrt.

Dies ist ein typisches Profil eines zufällig ausgewählten Restaurants in San Fransisco.

Auch eine Freundschaftsfunktion steht den Nutzern zur Verfügung. Das macht Sinn, denn Ratings von bereits zu meinem Netzwerk gehörenden Usern sind vertrauenswürdiger. Zudem wird von den Machern der Plattform ein so genannter „Elite User“ Status für einige besonders aktive und verlässliche Nutzer vergeben. Nach welchen Kriterien dies geschieht ist jedoch nicht öffentlich gemacht worden.

Ich empfinde seit vielen Jahren bei dem Wort User-Ratings für Gewerbe einen schlechten Beigeschmack. Oft konnten sich z.B. Restaurantbesitzer trotz mittelmäßiger Qualität durch „erkaufte“ Bewertungen eine positive Reputation beschaffen, die sie sonst nie bekommen hätten. Auch von der Konkurrenz gesteuerte zu schlechte Bewertungen sind ein Problem.

Dies war in der Anfangszeit von Yelp auch ein Problem, doch mittlerweile wird es immer schwerer einen solchen Effekt zu erzielen. In den großen Städten gibt es bereits so viele Nutzer der Plattform, dass ein Rating-manipulierendes Restaurant durch neutrale Besucher sehr schnell auffallen würde. Auch durch die beschriebene Freundschaftsfunktion und die Elite User gibt es eine zusätzliche Hürde für ungerechtfertigte Bewertungen.

Genug der Beschreibung. Ich lege jedem einen Besuch von Yelp ans Herz, der sich selbst ein Bild von der Plattform machen zu können.

Was und wem Yelp etwas bringt, ist morgen im 2ten Teil zu lesen.