Vor einigen Tagen habe ich als Blogger dem Social Media Forum in Hamburg beigewohnt. Ein wirklich hervorragendes Erlebnis, da die dort behandelten Themen mich (zu meiner Freude) auch privat sehr interessiert haben.

Einige Vorträge beschäftigten sich mit dem Aufbau von Online Communities. Vor allem haben mich die Ausführungen zu der französischen Zeitung Le Figaro beeindruckt.

Bertrand Gié erklärte eindrucksvoll wie die Zeitung versucht Leser in der eigenen Online-Community zu engagieren und so „die junge Generation“ an die Zeitung heranführen möchte. Zwei kreative Konzepte möchte ich hier kurz vorstellen:

Erwähnung in den Printmedien
Wer Mitglied in der Community von Le Figaro ist, kann dort, wie auch bei zahlreichen anderen Zeitungen im Web, Kommentare zu veröffentlichten Artikeln verfassen. Diese sind bei der französischen Zeitung jedoch mit einem besonderen Anreiz verbunden. Es werden jeweils die besten Online Kommentare auch in der Printausgabe publiziert, meistens gleich am Tag nach der Veröffentlichung des Artikels. Natürlich auch mit Namen und Wohnort. Dies, so Gié, ermutige die Nutzer der Community zu zahlreichen Kommentaren auf die Artikel, da viele Leute ihren Namen in der Zeitung wieder finden möchten. Obwohl es wohl nicht viele zugeben würden ;)

Möglichkeit Artikel zu editieren
Bertrand Gié eröffnete diesen Punkt mit dem Gedanken, dass große Zeitungen immer auch von Experten verschiedenster Bereiche gelesen werden. Erscheint zum Beispiel ein Artikel über die französische Revolution gibt es tausende Franzosen, die mehr darüber wissen als der schreibende Journalist. Dieser wird einige anerkannte Spezialisten konsultieren und seine Aufgabe ist es dann einen anspruchsvollen Artikel zu schreiben, der oftmals auch nicht zu speziell sein soll, da auch kein Overload an Informationen entstehen darf.

Da es aber viel mehr Experten in Frankreich zu dem Thema gibt, stellt Le Figaro den Artikel, zwei Wochen vor der Veröffentlichung in der Printausgabe, online, wo er zum Editieren freigegeben ist. Jeder kann nun Anmerkungen an die Redaktion schicken, die diese dann überprüft und oft auch einbindet. So sind schon die interessantesten Daten und Fakten in die Artikel gekommen, so Gié.

Ein Thema durfte natürlich auch in seinem Vortrag nicht fehlen. Der Paid-Content in Online Ausgaben von Zeitungen oder Magazinen. Zukünftig plant auch Le Figaro für ihre Inhalte einen Preis zu verlangen. Dieser soll jedoch nicht für Tagesnachrichten verlangt werden, sondern für stark spezialisierte Inhalte wie Expertenforen.