Braucht man 2 (oder mehr) Twitter Accounts?

Im heutigen Post auf Scobelizer.com wird dem bekannten Blogger Chirs Brogan “vorgeworfen” er nutze Twitter falsch. Meine erste Reaktion: was bedeutet falsch im Zusammenhang mit Twitter überhaupt? und wer kann da schon den ersten Stein werfen?

Was im Titel recht marktschreierisch mit “Yo @chrisbrogan you’re doing Twitter wrong” rüberkommt, wird im Laufe des Artikels durchaus zu berechtigter Kritik.

Betrachtet man Brogans Profil einmal näher fällt einem nicht nur die mit mit 111000 recht hohe Followerzahl auf, sondern auch die Zahl der geschriebenen Tweets, welche mit über 55000 extrem hoch ist.

Genau da setzt die Kritik von Robert Scoble an. Er beschreibt Chris Brogan als einen Twitterer, der trotz seiner großen Bekanntheit immernoch vielen Usern mit @Replies antwortet und sehr viel Zeit in die Kommunikation mit seinen Followern investiert.

Eine so hohe Anzahl an @Replies lässt Leser von Brogans Blog neu geschriebene Posts kaum über Twitter finden. Klar, es gibt neben dem RSS Reader noch viele andere Möglichkeiten diese Artikel zu lesen und doch finde ich den Vorschlag von Robert Scoble durchaus interessant (den er sich übrigens von Guy Kawasaki abgeschaut hat :)).

Er rät Chris Brogan sich einen zweiten oder gar einen dritten Account bei Twitter anzulegen und auf diesen die Tweets nach ihrer Art zu ordnen. So könnte es einen Account für Kommunikation mit den Followern geben, einen weiteren um neue Blogposts zu verlinken und einen x-ten, naja wofür auch immer (Veranstaltungen ankündigen wäre in seinem Fall vielleicht sinnvoll).

Im Fall der 3 hier genannten Blogger macht eine Aufspaltung der Tweets, vor allem in Anbetracht der Menge, durchaus Sinn.

Die Twitter User in Deutschland, mit Ausnahme der ein oder anderen “Online Prominenz”, haben damit im Großen und Ganzen nicht viel zu tun. Und daher halte ich es auch nicht für notwendig die Tweets in dieser Form zu ordnen.

Trotzdem gibt es sicher viele Nutzer oder Unternehmen, die eine Anzahl an Twitter Accounts haben (oder verwalten), die größer als Eins ist. Ist ein zweiter Account für Zeitungen oder Blogger sinnvoll oder gar notwendig? und wenn ja, ab 100 Tweets pro Tag? oder 200? Schwer zu sagen…

3 Responses to “Braucht man 2 (oder mehr) Twitter Accounts?”

  1. Kommt denke ich auch auf die Art des Blogs an ob ich daraus 1, 2 oder mehr Twitter Accounts fütter. Bei einem Blog mit vielen verschiedenen Themen macht es evtl. schon Sinn “Themen Accounts” zu erstellen. Ich denke dann sollte man aber pro Thema schon auch mindestens 10-20 Tweets am Tag haben. Drunter macht es keinen Sinn.

  2. Hach ich weiß nicht, ich sehe nicht wirklich ein Problem darin mit seinen Followern zu kommunizieren. Ich glaube Twitter ist nicht in erster Linie dazu da um neue Blogbeiträge zu verbreiten, was ich ja auch mache, sondern um kurze Nachrichten zu verbreiten.

  3. Den Ansatz finde ich an und für sich sehr sinnig. Das sage ich aber auch, weil ich selber zwei Accounts für meine Person verwalte, die sich in meinem Fall in Privates und Öffentliches aufsplitten und nicht wie im Falle Brogans auf Konversation, RSS-Feed-Ersatz und ähnliches aufteilen könnten/sollten.

    Mit meinem privaten (mittlerweile aus der public Timeline herausgenommenen) Account pflege ich meine Kontakte zu befreundeten Bloggern, Kommilitonen und Co. aus meinem persönlichen Umfeld, mit dem anderen (@danielrehn) bewege ich mich im öffentlichen Raum zum Thema Online-PR, arbeite an meiner (Online-)Reputation und baue mein Netzwerk aus. Und das ab einer täglichen Twitterdosis von gerade einmal vier Updates aufwärts.

    Dementsprechend kann es Vieltwitterern eventuell nur helfen, wenn sie ihre Kommunikation auf mehrere Ebenen verteilen könnten, um auch selber den Überblick behalten zu können.

    Aber da es bei Twitter – wie von dir schon gesagt – kein “richtig” oder “falsch” gibt, fällt die Überlegung an sich auch bevorzugt in den Bereich der Empfehlungen und potentiellen Herangehensweisen…

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