Social Media Manager AuslaufmodellIch kam auf diese Fragestellung durch einen Tweet von Holger Schmidt. Der dort verlinkte Artikel beschreibt Liz Heron, eine Social Media Editorin, oder Managerin wegen mir, die auf einer Konferenz fast marktschreierisch beschreibt, dass ihr Job in bereits 5 Jahren nicht mehr in der Form bestehen wird. Klasse These.

Ich liebe ja solche Thesen! Als ich neulich auf dem Barcamp provokativ in den Raum stellte, dass Social Media von jedem Hans und Franz gemacht werden kann, der ein wenig technikaffin ist und eine ausführliche Verhaltenskodex und Tool Einführung bekommt, schaute der Mann eine Reihe vor mir wie eine Kuh wenn es blitzt.

Jemand entgegnete: “Fußball spielen auch Millionen, aber halt nicht alle in der Nationalmannschaft.” Da habe ich laut und herzlich gelacht – innerlich – Denn das mit der Nationalmannschaft mag ja sogar von Wahrheit getränkt sein, doch dorthin kommt man eher über langjähriges Networking, als durch besonders häufiges Twittern, sei es auch qualitativ. Gibt’s auch, klar, Einzelfälle. Aber ich komme vom Thema ab.

Eigentlich wollte ich sagen, dass die gute Frau Heron vielleicht im Recht ist, wenn Sie sagt, in einigen Jahren sei Social Media ein Job für 400 Euro Kräfte.

Hier in Osnabrück habe ich gerade eine solche Anzeige gefunden. Social Media Redakteur auf 400 Euro Basis. Klar, mache ich gerne, einfach den RSS Reader (hab ihn selig) durchforsten und damit den Stream der Agentur füllen. Mit ein wenig Interaktion mag dieser Account sogar professionell wirken und damit einiges an Networking für die Agentur drin sein.

Ich war in der letzten Zeit bei einigen Firmen, die Social Media Manager suchen. Doch was wird dort gesucht, das ist hier die Frage?

Jemand, der A) einen Satz geradeaus schreiben kann?,
oder jemand, der B) gut in der Online Welt vernetzt ist?
oder gar C) jemand, der kreativ ist und sich über innovative Kampagnen den zarten Kopf zerbricht?

Ich denke, die letzten beiden haben eine Chance auch die besagten 5 Jahre zu überstehen. Derjenige, der Tweets zu bestimmten Themenbereichen behände copy-pasten kann und Basis-Kommunikation betreibt, der wird gegen die Billiglohn-Konkurrenz in Erklärungsnot kommen.

Mir ist übrigens sehr wohl bewusst, dass Social Media Manager zurzeit auch interne Prozesse zu bewältigen haben und nicht nur dieses Twitter benutzen :)

Meinungen dazu? Zerfetzt mein 5/6-Wissen ruhig!