Ich spiele schon wochenlang mit dem Gedanken eine Serie über gute und schlechte Facebook Werbungen zu schreiben. Beides findet man dieser Tage im Überfluss. Hier also der erste Streich.

Um gute Facebook Werbung zu machen braucht es eigentlich nicht viel. Eine Idee ist meist hilfreich. Kreativ muss die Idee für die Plattform Facebook an sich gar nicht sein, da man natürlich auch auf eine externe Seite verlinken kann. Spätestens dort sollte der Esprit dann aber aufzufinden sein. Die Wahrnehmung der User kann man mit herkömmlichen Posts auf der eigenen Fanseite gewinnen, oder man bezahlt dafür.

Schlechte Werbung auf Facebook zeichnet sich imho vor allem durch fehlende Kreativität aus. Wenn zum Beispiel ein iPad verlost wird. Mittlerweile habe ich dieses Beispiel schon so oft gebracht, dass ich gar nicht mehr weiß, ob immer noch so viele iPads verlost werden wie vor einigen Monaten. Mit dem iPad 3 wird es aber sicherlich zu einem gigantischen Revival dieser Gewinnspiele kommen. Verlosungen bringen Fans, zugegeben. Doch die Engagement-Frage stellt sich. Sind die Fans gekommen um zu bleiben?

Ist die Kreativität bei einer Facebook Kampagne gegeben, dann hat man den Vorteil, dass man die Zielgruppe auf der FB-Seite halten kann. „Vorteil?“ mag der ein oder andere verdutzt fragen, denn vielerorts wird Facebook noch als Trafficlieferant hin zur eigenen WebSite gesehen. „Da wird nämlich das Geld verdient!“ Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit, denn es kann sehr wohl eines der Kampagnenziele sein, den User auf der Facebook Seite zu halten und die Nachrichten zu sharen, liken oder zu kommentieren. Das kann dabei helfen andere Unternehmensziele wie zum Beispiel die Markenbildung zu unterstützen.

Gute Facebook Werbung zeichnet sich also im Umkehrschluss durch Kreativität aus. KLM mit der Facebook Sitzplatz-Aktion vor einigen Wochen, kreativ! Große Reichweite ist mit einer großen Fanbase sehr viel einfacher zu erreichen. Ungleich schwerer wird es, wenn man sich gerade erst auf den Social Media Plattformen aufstellt.

Und da, aber nicht nur da, kommen die Facebook Ads ins Spiel.

Ein Beispiel für die Variante bei der die Kreativität extern auf einer Kampagnenseite liegt habe ich neulich bei Hornbach gefunden. Verlinkt wurde mit folgender FB Ad:


Meistens steht hinter einer erfolgreichen Facebook Ad mehr Arbeit als man von außen erkennen kann. Manchmal hängt man an einem Wording fest, das im Team als genial ausgemacht wird, aber bei den Facebook Usern schlecht ankommt. Daher sollte man sich mehr als eine Anzeige einfallen zu lassen, am besten sogar 5 oder mehr. Dann kann man mit Wording und Bildern experimentieren, um so festzustellen, welche Anzeige bei der definierten Zielgruppe am besten ankommt.

Auch in andere Formen der Facebook Ads kann gewechselt werden. So linkt die Anzeige oben auf eine externe Kampagnenseite, die folgende aber auf einen Facebook Post, der den zentralen Kampagnenpunkt (einen Werbespot) zeigt. So soll die virale Wirkung von Likes, Comments und Shares ausgenutzt werden.

Hornbach Kampagne Facebook

Generell sehe ich diese Form der Gesponsorten Meldungen recht häufig in letzter Zeit. Ich habe damit auch positive Erfahrungen gemacht. Die Bezahlung pro 1000 Auslieferungen kann ich hingegen nicht unbedingt empfehlen, da die Leute meist nicht auf Facebook sind, um Werbebotschaften zu empfangen, sondern um all die anderen schönen Sachen zu machen, wie zB Cat-Content zu sharen. :) 1000 “Views” sind da scheller erreicht als einem lieb ist und mit Klickraten von 0,005% bis 0,02 sollte man sich anfreunden.

Nun möchte ich Euch den zentralen Punkt der Hornbach Kampagne nicht länger vorenthalten. Spricht wohl für die Mediaplanung, dass ich ihn am Tag via Facebook zu ersten Mal gesehen habe und er mir am Abend im Fernsehen, Sportschau, noch mal über den Weg lief. Prädikat: Sehenswert

Der Jubel nach dem Einschlag des Nagels hat mich an den Aufschlag des letzten 50Kilo Sacks Blumenerde erinnert, den ich am Wochnenende mühevoll in den Garten schleppen musste. Das hat auch keiner so gespürt wie ich, da bin ich mir sicher….