Helm und Schild zur Abwehr von ShitstormsManchmal macht es Spaß, die Sau zu sein, die durchs Dorf gejagt wird, manchmal nicht. Definitionen, ob es ein Shitstorm war, was Düsseldorf zum Thema Dachmarke in den letzten Tagen erfahren hat, lassen wir mal außen vor.

Ob Sturm, Stürmchen oder das vielzitierte Wasserglas, es ist immer eine Ausnahmesituation, die in jedem Falle sehr lehrreich ist. Es ist mir jetzt 2 Mal passiert, dass ich ins Auge des Sturms geraten bin. In beiden Fällen gab es einige Lessons, die ich hier mit Euch teilen möchte, aber Vorsicht, bitte keine Strategie oder Handlungsanweisungen für einen Shitstorm erwarten:

– Es sind meistens die gleichen Leute, die sich aufregen. Es gibt also gewisse Charaktere, die dazu neigen sich Luft zu machen. Öffentlich. Mal berechtigt, mal nicht. Oft ist es so, dass wenn man sich diesen “Meckerfritzen” oder “Meckerfritzinnen” mit Argumenten nähert, kein Fundament darunter liegt. Das bringt uns auch schon zum 2ten Punkt:

– Es ist immer wieder erstaunlich, wer auf ein mal von gewissen Themen Ahnung hat. Nun, man muss nicht unbedingt Ahnung von einer Sache haben, um die Sau mit einem gezielten Stockhieb weiter durchs Dorf zu treiben, es reicht eine Meinung.
Dazu kommt: Was ich in den letzten Tagen im Web und in Zeitungen an falschen Aussagen gelesen habe, ist beachtlich. Man mag dem einen oder anderen nicht vorwerfen, mal einen Tweet zu ReTweeten, nur weil ihm die Überschrift gefällt oder diese nach einer Sensation klingt, aber wenn Zeitungen schlecht oder unzureichend recherchieren, dann finde ich das bedenklich. Das Thema Leistungsschutzrecht will ich hier gar nicht aufgreifen, da ich davon wiederum nicht besonders viel Ahnung habe :) Doch: Wenn ich in einem der größten Magazine Deutschlands lese, dass Dänemark auch mit dem :D gespielt hat und als Quelle “© Screenshot” angibt, dann kann ich nur sagen: Let me google that for you.

Stern Quellenangabe: Screenshot
Quelle: http://www.stern.de/panorama/neues-staedtelogo-d-wie-duesseldorf-oder-d-wie-dat-kenn-ich-1933738.html

Das heißt aber:

Nicht alles glauben, was im Web oder in der Zeitung steht. Ja, nicht neu, I know, aber in den letzten Tagen hab ich dies noch mal eindrucksvoll erfahren. Das Wichtigste, und zwar das mit Abstand Wichtigste ist eine gute Story. PUNKT
Hier nehmen sich Zeitungen und das Web nichts. Viele Leute haben mich gefragt, was wirklich an der Sache dran ist. Ebenso viele haben mich freundlicherweise via PM auf gewisse Texte im Netz hingewiesen. Daraus folgt:

– Das wichtigste Mittel im Kampf gegen einen Shitstorm ist ein gut funktionierendes Netzwerk. Arbeitet man in einer Pressestelle, werden einen die Zeitungen schon von alleine finden. Betrachtet man das Web, so ist es mitunter gar nicht so einfach einen Shitstorm auszumachen. Setzt man gezieltes Monitoring ein, so hat man natürlich einen Vorteil. Wenn man auf ein gut funktionierendes Netzwerk zurückgreifen kann, hat man diesen Vorteil auch. Ein großer Dank geht an dieser Stelle an die Leute, die sie via PM bei mir gemeldet haben. Im aktuellen Fall wusste ich es schon, aber wer ist schon 24/7 am Rechner!?

– Ein Punkt, den man nicht so eng sehen darf, ist die Frage nach dem Teilen oder Retweeten von negativen Nachrichten, wenn man Betroffene (persönlich) kennt. Ich habe lange mit Johannes darüber diskutiert und wir würden beide eher davon absehen. Jetzt aber alle Leute, die
negative Schlagzeilen über einen/ die eigene Firma teilen oder liken, dafür zu verurteilen, ist imho auch wieder kindisch. Eine gute Story ist nun mal `ne gute Story, schließlich steht hier auch das Wort Shitstorm in der Überschrift…

– Wichtiger Punkt: Die Reaktion auf den aufkommenden Sturm. Ein anderer Johannes hat über den Brigitte Shitstorm geschrieben, dass dort nun schon seit einigen Tagen nicht mehr gepostet wird. Das kann ich verstehen. Man sollte sich darauf einstellen, dass die “Gegner” in den folgenden Tagen jeden Post nutzen, um noch mal auf das Thema hinzuweisen. Also ein erst mal abwarten und nicht mehr so viel posten kann die richtige Lösung sein. Sich aber von Kritik beeindruckt zeigen, ist auch kein Zeichen von Stärke. Hier muss man also von Fall zu Fall entscheiden. Das bringt mich zum letzten Punkt:

– Eine Musterlösung zum Umgang mit Shitstorms gibt es NICHT, und die wird es auch nicht geben!

Muster: Schnell ein Team als eine Art Krisenstab aufstellen, eine Strategie erarbeiten und nach klarem Menschenverstand (aber nicht betriebsblind) handeln. Wenn ihr Links zu Handlungsanweisungen im Falle eines Falles habt, gerne in die Kommentare.

Ein weiser Mann sagte ein mal: Helm auf und Schild hoch! Dann klappt’s auch mit dem Shitstorm.